Die Fügung ist das Schlüsselwort vom Spätdenken Heideggers. Die Fügung
tritt erst in Schelling: Vom Wesen der Menschlichen Freiheit auf. Aber
außerdem noch in Beiträge zur Philosophie, Holzwege und anderen späten
Werken kommt sie nicht selten zum Vorschein. In Beiträge ist die Fügung
sowohl eine Methode als auch ein Weg. Heidegger untersucht das Ereignis
durch den Weg der Fügung. In Beiträge kommt das Ereignis ans Licht als die
Fügung. Das Ereignis bedeutet gerade, daß das Seyn das Da-sein lichtet. Dieses
Ereignis ist nichts anderes als die Fügung. Von der Seite des Seyns her
gesehen, weist sich die Fügung als eine Art Sammlung auf, Aber von der
Seite des Da-seins her gesehen, bedeutet sie die Gemäßheit mit der Fügung des
Seyns. Heidegger lehnt die Fügung und das Sich-fügen ohne Zentrum ab. In
dem Zentrum gibt es immer die Neuheit, die Kehre und das Geschick. Dieses
Zentrum ist gar nicht dasjenige, das von Mensch als Subjekt gelenkt und
reguliert werden kann, sondern eben das zufällige. Das Ereignis- und
Fügung-Denken im Spätdenken Heideggers erneuert gänzlich die bisherige
abendlandische Philosophie und bereitet uns die neue Möglichkeit vor, das Seyn
und damit auch uns die Menschen als das Dasein am tiefsten und am
gründlichsten zu denken. Mit einem Wort: das Ereignis- und Fügung-Denken
bietet uns das neue Paradigma für das Denken der Sache als solcher an.