Das koreanische Maskentanztheater T`alch`um, wie es heute in Korea ?berliefert ist, entstand zwar
im 18. Jahrhundert, aber es hat eine lange Vorgeschichte und interkulturelle Aspekte der darstellenden
K?nste in Ostasien. Die Tradition des Theaters in Ostasien basiert im Wesentlichen auf der
musikalischen Form verschiedener darstellender K?nste in einer sich vereinigenden Ganzheit. Diese
charakteristische Form ist vornehmlich auf einen religi?sen und politischen Grund, also die damit
zusammenh?ngenden staatlichen Opferzeremonien, zur?ckzuf?hren. So waren der Konfuzianismus und
der Buddhismus als jeweilig herrschende Staatsideologien von erheblicher Bedeutung f?r die
Entwicklung des Theaterwesens in Ostasien. Dies gab zugleich den entscheidenden Anstoß zur
gegenseitigen Verflechtung und Akkulturation der Theaterkultur unter den ostasiatischen L?ndern (u.a.
China, Korea und Japan). Entsprechend galt sanakbaek´h?i als eine alte einflussreiche Spielart im
fr?hen Ostasien, aus der sich jeweils unterschiedliche darstellende K?nste bzw. Theaterformen
entwickelt haben. Sie ?bte wohl einen externen Einfluss auf die Entwicklung verschiedener koreanischer
Formen von darstellenden K?nsten y?nh?i aus. Man darf jedoch den internen Kulturfaktor nicht
?bersehen, und zwar, dass verschiedene einheimische y?nh?i in der traditionellen religi?sen
Festspielkultur, also in der archaischen kut-Kultur wurzeln. Aus den arch?ologischen Zeugnissen ist
auch zu schließen, dass die y?nh?i-Kultur von der ritualen Festkultur ausging. Die aus dem
kut-Ritual entstammten y?nh?i-Spielarten sind eng mit dem Leben der niedrigen sozialen Schichten
verbunden. Dagegen entwickelten sich die aus China importierten Spielarten, wie kiak, narye und
sandaeh?i, im Rahmen der Unterst?tzung durch den k?niglichen Hof. In der sp?teren
Chos?n-Dynastie nahmen die Veranstaltungen, die wie narye und sandaeh?i vom Staat unterst?tzt und
organisiert wurden, deutlich ab. Dar?ber hinaus erfuhren zu dieser Zeit dank der zunehmenden
Handels- und Handwerksbetriebe neue merkantile Schichten einen Aufschwung. Daraufhin kamen viele
freie Spielgruppen auf, die T`alch`um als wichtiges Repertoire auff?hrten, indem sie von diesen neuen
Schichten finanziell unterst?tzt wurden, unabh?ngig vom k?niglichen Hof. F?r diese maßgebende
Entstehung des T`alch`um wirkten zwangsl?ufig verschiedene, im ganzen Lande verbreitete,
Maskentanzformen, die in die kut-Tradition eingebettet waren, zusammen.